Parodontitis-Behandlungen



Wenn wir bei der Erstuntersuchung feststellen, dass bei Ihnen eine Erkrankung des Zahnbetts (Parodontitis) vorliegt, werden Sie zuerst über die Krankheit informiert.

Für eine präzise Diagnose muss eine Vermessung der Zahntaschen vorgenommen werden (jeder Zahn wird an jeweils sechs Stellen vermessen und die jeweiligen Daten werden in Ihre Paro-Kartei aufgenommen). Bei jedem Zahn wird zwecks Beurteilung der Knochenresorption jeweils eine kleine Röntgenaufnahme erstellt. Als Ergebnis der Diagnose lässt sich dann feststellen:

  • welche Ihrer Zähne können als sicher angesehen werden
  • welche Ihrer Zähne gelten als unbestimmt (zu deren Erhaltung wird vorerst alles unternommen)
  • welche ihrer Zähne sind als nicht erhaltungswürdig einzustufen.

Ihr Parodontologe klärt Sie gern dazu auf.

Die nicht erhaltungswürdigen Zähne sind im Zuge der ersten Behandlungen zu entfernen. Unsere vorrangige Aufgabe ist Ihnen kontrollierbar die wirkungsvolle Zahnputztechnik beizubringen. Mit einer Untersuchung (Plaque Index, PI), bei der 4 Flächen der Zähne kontrolliert werden, läßt sich die Plaque – Mengen (Belagsmengen) in Prozenten festzustellen. Dieser Wert beläuft sich anfangs im Allgemeinen auf 50-90%, oft auch bei Patienten die täglich 3-4 mal ihre Zähne putzen. Mit den parodontologischen Behandlungen, speziell im ersten Schritt mit der Reinigung der Zahnfleischtaschen (Curretage) kann nur begonnen werden, wenn der Plaque Index (PI-Wert) unter 15%, mindestens jedoch unter 20% liegt. Das ist äußerst wichtig, denn bei einem hohen Plaque Index (PI-Wert) befinden sich viele Bakterien an den Zähnen, und wegen des Vorhandenseins der Erreger würde die Krankheit in einigen Wochen wieder auftreten. So wäre dann auch eine Behandlung nicht zielführend. In unserer Praxis wird der PI-Wert alle zwei Wochen kontrolliert, bis ein geeigneter Wert erreicht werden konnte. Die Erfahrung lehrt, je länger dieser Zeitraum ist, desto besser gestalten sich die langfristigen Erfolge.

Wenn dann ein entsprechender PI-Wert erreicht wurde, nimmt der Parodontologe die Reinigung sämtlicher Taschen mit einem Utraschall-Gerät und einem Handinstrument vor (Curretage, Scaling-root planing). Nach einem Monat Wartezeit werden die Zahntaschen erneut vermessen.
Als Ergebnis obiger Behandlung dürfen Patient und Parodontologe eine Tiefe der Taschen von 1-3 mm erwarten. Wenn an einem Zahn vor der Behandlung ein Wert von 5 mm gemessen wurde, und zur Kontrolluntersuchung nach der Behandlung ein Wert von 3 mm festgestellt werden kann, so gilt dieser Zahn als geheilt. Wenn eingangs jedoch 7 mm gemessen wurden, und zur Kontrolle 5 mm festgestellt wurde, dann ist dieser Zahn noch weiter zu behandeln.
In der nächsten Behandlungsphase (korrektive Phase) werden die tieferen Taschen weiter behandelt (mit einer kleinen OP wird unter Augenkontrolle die Curretage vorgenommen). Bei einigen Knochentaschen kann auch ein Knochenersatz durchgeführt werden. Falls eine Implantation im Behandlungsplan ansteht, kann auch diese vorgenommen werden.

Wenn Sie dann nach wahrscheinlich mehrmonatigen Behandlungen geheilt sind, und auch Ihre prothetische oder implantologische Versorgung vorgenommen wurde, können wir festlegen, wie oft Sie zu Kontrolluntersuchungen vorstellig werden sollten. Unseren Erfahrungen nach beginnt 1-2 Jahre nach Abschluss der Behandlung die Zahnputztechnik nachzulassen. Dies muss man rechtzeitig erkennen. Nur so können mit vereinten Kräften Folgeschäden vermieden werden.
Ohne Bakterien gibt es keine Erkrankungen des Zahnbettes, und Rückschläge nach erfolgreich vorgenommenen Behandlungen werden durch im Plaque lebende Bakterien verursacht.

Der Sieg über die Parodontitis ist das Ergebnis von Teamarbeit. Nicht allein der Zahnarzt und Parodontologe sind jedoch entscheidend. Neben der Arbeit der Ärzte und des Dentalhygienikers kommt es unbedingt auch auf Ihre eigene aktive Mitwirkung an.